Was ist eine Blepharitis (Lidrandentzündung)? Was kann man dagegen tun?

Eine Blepharitis ist eine Lidrandentzündung – eine Augenerkrankung, die relativ häufig auftritt. Typische Symptome sind brennende, juckende und gerötete Augen sowie verklebte Lidränder beim Aufwachen. Andere Symptome können Sandkorngefühl in den Augen, geschwollene Lidränder oder Ausfall von Wimpern sein.

Häufig ist eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken die Ursache für die Blepharitis. Eine Lidrandentzündung kann aber auch durch Staub, Rauch und trockene Luft, Allergien gegen Kosmetika oder Medikamente, Vireninfektionen, hormonelle oder erbliche Faktoren sowie Hauterkrankungen oder überaktive Talgdrüsen ausgelöst werden.

Bei der Blepharitis werden zwei Arten unterschieden.

  • Vordere Blepharitis: Dabei ist vor allem die Wimpernregion betroffen. Es kommt zu Schuppen- und Krustenbildung, manchmal auch zu einem Ausfall der Wimpern.
  • Hintere Blepharitis: Hier stehen eine abgerundete Lidkante, ein schaumiger Tränenfilm und verstärkte Beschwerden am Abend im Vordergrund.

Akute Infektionen heilen mit der richtigen Behandlung in der Regel innerhalb weniger Tage oder Wochen aus. Einige Betroffene entwickeln jedoch eine chronische Blepharitis, bei der die Lidrandentzündung immer wiederkehrt und beide Augen betrifft. So oder so sollte man frühzeitig und konsequent behandeln, da sie äusserst hartnäckig sein kann. Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst, sprechen Sie Ihren Augenarzt darauf an und bitten Sie um Therapievorschläge. Die Folgeerscheinungen am Auge können nämlich erheblich sein und die Verkrustungen bilden einen idealen Nährboden für Bakterien - verstopfte Talgdrüsen führen zu einer Benetzungsstörung des Auges.

Für den Augenarzt genügt oft eine Blickdiagnose um eine Lidrandentzündung festzustellen. Bei Verdacht auf eine Infektion kann mit einem Abstrich der Erreger festgestellt werden. Bei einer akuten Lidrandentzündung werden in der Regel desinfizierende Salben oder kurzfristig kortisonhaltige Präparate verordnet. Verursachen Bakterien die Lidrandentzündung, kann eine Behandlung mit Antibiotika (meist in Form von Augensalben, manchmal auch als Tabletten) notwendig werden.

Die tägliche Reinigung der Lidränder ist die wichtigste therapeutische Massnahme und muss regelmässig und konsequent durchgeführt werden. Sie kann mit verdünntem Babyshampoo und Wattestäbchen durchgeführt werden. Insbesondere Betroffene mit einer chronischen Blepharitis sollten die Lidrandpflege in ihre tägliche Körperpflege mit einbauen – so kommt es seltener zu Rückfällen und Verunreinigungen, Verkrustungen und Sekretrückstände können von den Lidern entfernt werden.

Das gründliche Abschminken ist eine absolute Notwendigkeit - nicht ordentlich entfernte Schminkreste können buchstäblich ins Auge gehen. Sie verstopfen die Lidranddrüsen, verstärken die Reizung der Lidränder und können ein „trockenes Auge“ verursachen oder verstärken.

 

Quelle: Onmeda-Ärzteteam (www.beobachter.ch) und www.pharmawiki.ch

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