Wieso sieht manch einer bei Dämmerung, Regen, Nebel oder Schneefall schlechter?

Es ist Herbst. Manch einem fällt auf, dass die Morgen kühl sind, der Tau auf den Gräsern liegt und es Abends schon recht rasch dämmerig wird. Viele Menschen kennen das Gefühl, dass sie in der Dämmerung, aber auch bei Regen, dichtem Neben und Schneefall, weniger scharf sehen. Es fällt ihnen meistens auf, dass sie beim Autofahren die Lichter des entgegenkommenden Fahrzeuges nicht scharf umrissen, als klaren hellen Punkt sehen, sondern die Lichter unscharf sind. Dies sieht beispielsweise ähnlich aus wie der Mond im Winter, der mit einem Lichtkrank umgeben ist oder aber es fällt auf, dass die Lichter grösser scheinen, weil die Ränder verwischt sind. Mit diesen Beobachtungen sind sie nicht allein. Auch junge Menschen und solche die tagsüber 100% sehen, können nachts eine Nachtmyopie bzw. eine sogenannte Nachtkurzsichtigkeit haben.

Was genau ist das?

Das Sehen in der Nacht ist komplexer als am Tag. Das Auge erweitert bei einem gesunden Auge automatisch die Pupille, wodurch mehr Licht ins Auge gelangt. Bei Katzen lässt sich das sehr schön beobachten. Sie haben bei Sonnenschein schlitzförmige Pupillen und bei Dämmerung und in der Nacht grosse, runde Pupillen. Dieser Vorgang lässt sich nicht beeinflussen und kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Jeder kennt dieses Phänomen. Wenn man von einem hellen in ein dunkles Zimmer tritt, sieht man zunächst gar nichts. Erst nach ein paar Minuten lassen sich einige Dinge erkennen. Das Auge hat sich also an die Dunkelheit „gewöhnt“ und nicht nur die Pupille vergrössert, sondern auch vom Farbensehen aufs Hell-Dunkel-Sehen umgeschaltet. Je länger man sich im Zimmer  aufhält, desto mehr kann man erkennen. Das Maximum an Sehleistung ist erst etwa bei 20-30 Minuten erreicht. In seltenen Fällen passt sich das Auge im Dunkeln gar nicht an. Diese  Menschen bleiben blind im Dunkeln. Man spricht dabei nicht mehr von einer Nachtkurzsichtigkeit, sondern von einer Nachtblindheit.

Was sind Ursachen der Nachtkurzsichtigkeit?

Während das Sehen bei Tageslicht bzw. die Tätigkeiten tagsüber eher geringe Sehleistungen erfordern, ist das Sehen in der Nacht  viel komplexer und um einiges diffiziler. Die Schwierigkeiten des Dämmerungssehens liegen an den durch niedrige Leuchtdichten vorherrschenden, geringen Kontrasten sowie an fehlenden Farbunterschieden. Das Auge wird stark gefordert und deshalb treten Fehlsichtigkeiten auch eher zu Tage. Sie kann sowohl Normalsichtige, wie auch Fehlsichtige treffen. Letztere sind jedoch öfters davon betroffen, denn wer am Tag schon nicht 100% sieht, dem fällt dies nachts umso mehr auf. Zudem kann es sein, dass die Brillenkorrektur nicht optimal ist, weil diese jeweils unter Tageslichtbedingungen bestimmt wird. Der Wert der Dioptrien kann bis zu -0.5 von jener des Tages abweichen. Verstärkt wird dies durch Sauerstoffmangel, Alkoholgenuss und Drogen. Aber auch gewisse Medikamente sind schuld an der Verstärkung der Nachtkurzsichtigkeit.

Was kann man tun?

Für Personen, die nachts viel mit dem Auto unterwegs sind und sich durch die Nachtmyopie leicht behindert fühlen, kann es von Vorteil sein, eine Nachtbrille machen zu lassen, die etwas stärker korrigiert ist als jene vom Tag, weniger  Blendung zulässt und die Kontraste verstärkt. So oder so kann erst eine Messung näher Auskunft geben, ob eine spezielle Brille für das Dämmerungssehen Sinn macht. Suchen Sie baldmöglichst einen Gesundheitsoptiker (oder Augenarzt) auf!

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