Kaum sinken die Temperaturen, merken es viele sofort: Die Augen reagieren empfindlich auf Kälte und Temperaturwechsel. Was draussen beginnt, wird drinnen oft zum Problem – doch es gibt einfache Lösungen, damit Ihre Augen auch im Winter fit bleiben.
Kälte, Wind und Reflexe: Warum tränen die Augen draussen?
Ob beim Spaziergang, auf der Skipiste oder am Morgen auf dem Weg zur Arbeit: Wenn kalte Luft oder Wind direkt auf die Augen trifft, aktiviert der Körper einen wirksamen Schutzmechanismus. Die Tränendrüsen geben vermehrt Flüssigkeit ab, um Hornhaut und Bindehaut vor Austrocknung, winzigen Eiskristallen oder Schmutzpartikeln zu schützen.
Dieses Tränen ist also meist ein harmloser Reflex – die Augen fühlen sich feucht an, werden aber nicht unbedingt rot oder gereizt. Erst wenn zusätzliche Beschwerden dazukommen, sollte man genauer hinschauen.
Innenräume als Stressfaktor: Wie Heizungsluft dem Auge zusetzt
Zurück im Warmen, folgt oft das nächste Problem: Trockene Heizungsluft sorgt dafür, dass der schützende Tränenfilm auf der Augenoberfläche schneller verdunstet. Das kann die Hornhaut reizen, ein unangenehmes Trockenheitsgefühl auslösen oder sogar zu Brennen und Lichtempfindlichkeit führen.
Gerade im Winter ist die Luftfeuchtigkeit in Wohnungen, Büros oder dem Auto oft besonders niedrig. Die Folge: Obwohl die Augen draussen tränten, beginnt jetzt das Gegenteil – sie werden trocken, gereizt oder jucken. Viele erleben diesen Wechsel sogar mehrmals täglich.
Praktische Hilfe: Was Sie gegen gereizte oder trockene Augen tun können
Mit ein paar einfachen Massnahmen lassen sich die typischen Winterbeschwerden oft lindern – und Sie beugen vor, dass aus einer harmlosen Reaktion ein echtes Problem wird:
- Wind und Kälte abschirmen: Tragen Sie draussen eine Brille, Sonnenbrille oder Skibrille. So schützen Sie die Augen vor Wind und verhindern, dass Tränen übermässig verdunsten.
- Raumklima optimieren: Lüften Sie regelmässig und sorgen Sie, wenn nötig, mit einem Luftbefeuchter für mehr Feuchtigkeit im Raum.
- Bewusst blinzeln und Pausen machen: Besonders am Bildschirm oder bei konzentrierter Arbeit sinkt die Blinzelfrequenz – gönnen Sie Ihren Augen immer wieder kurze Pausen.
- Sanfte Befeuchtung: Bei Trockenheit können künstliche Tränen oder Hyaluron-Augentropfen helfen. Lassen Sie sich hier am besten von einer Fachperson beraten.
Mit diesen Alltagstipps fühlen sich Ihre Augen meist schnell wieder wohler. Doch manchmal reicht das nicht aus.
Warnsignale: Wann Sie professionelle Hilfe suchen sollten
Nicht jedes tränende oder trockene Auge im Winter ist harmlos. Wenn Sie folgende Symptome bemerken, lohnt sich der Gang zum Optiker oder Augenarzt:
- Anhaltendes Brennen, Jucken oder Rötung, die auch nach Stunden nicht verschwinden.
- Fremdkörper- oder Sandgefühl, starke Lichtempfindlichkeit, die sich nicht bessern.
- Verschwommenes Sehen oder plötzliche Sehverschlechterung.
- Beschwerden, die immer wieder oder über Wochen hinweg auftreten, auch wenn Sie auf Schutz und Raumklima achten.
Oft steckt dann eine Störung des Tränenfilms dahinter – das sogenannte trockene Auge. Ohne Behandlung kann daraus eine gereizte Hornhaut oder sogar ein bleibender Schaden entstehen.
Ein kurzer Check bei Ihrer Fachperson bringt Klarheit und kann Ihnen gezielt helfen.
Was Pflegeprodukte leisten können
Gerade bei leichten bis mittleren Beschwerden helfen befeuchtende, sanfte Produkte – vor allem, wenn sie keine Konservierungsmittel enthalten. Diese Tropfen unterstützen die natürliche Tränenfilmqualität und beruhigen gereizte Augen, ohne das Auge zusätzlich zu belasten.
Wenn Ihre Augen also beim Winterspaziergang tränen, ist das meist harmlos – wichtig ist jedoch, auf anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden zu achten. Lassen Sie sich bei Unsicherheiten oder länger anhaltendem Unwohlsein von einer Fachperson beraten. Die Gesundheitsoptikerinnen und Gesundheitsoptiker in der Schweiz unterstützen Sie dabei kompetent und persönlich.



