Wenn Stress blind macht!

Wie äussern sich gestresste Augen?

Die Symptome von Augenproblemen, die durch Überbelastung ausgelöst werden sind individuell hinsichtlich Umfang und Schweregrad. Betroffene klagen häufig über Augenflimmern, wiederholt auftretendes Zucken der Lider oder verschwommenes Sehen. Hinzu kommen meist müde, trockene oder tränende Augen. Ebenso können Doppelbilder, Gesichtsfeldstörungen oder Blinzelticks auftreten.

 

Stress macht das Sehen unscharf

Auch die Sehschärfe kann unter Stress leiden. Durch starke Anspannung verkrampfen sich die Ziliarmuskeln, an denen die Linsen aufgehängt sind und das Auge bleibt auf die Nahdistanz eingestellt. Diese «Pseudo» - Kurzsichtigkeit geht oft mit Kopfschmerzen einher. Auch bei ernsten Augenkrankheiten spielt die Psyche und ihre komplizierte Wechselwirkung mit dem Körper zweifelsohne eine Rolle. Ungelöste Konflikte etwa können Veränderungen des vegetativen Nervensystems und der Hormone auslösen und so die Entstehung, den Verlauf und die Dauer einer Krankheit fördern. Beispielhaft dafür ist die «Managerkrankheit».

 

«Managerkrankheit» – Retinopathia Centralis Serosa (RCS)

Bei einer durch Stress ausgelösten Sehstörung handelt es sich in vielen Fällen um die Netzhauterkrankung Retinopathia Centralis Serosa (RCS). Umgangssprachlich wird sie auch als Managerkrankheit bezeichnet, da sie gehäuft bei Menschen auftritt, die unter hohem beruflichen Stress leiden. Die genaue Ursache von RCS ist zwar unklar und noch nicht abschliessend erforscht, Experten vermuten jedoch einen Zusammenhang mit der Persönlichkeit der Betroffenen – meist Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren, die auffallend ehrgeizig, dynamisch und ungeduldig sind. Sie zeigen ein sogenanntes «Typ-A-Verhalten». Damit gemeint ist eine erhöhte Leistungsbereitschaft in Konkurrenzsituationen. Das führt zur Stimulation des vegetativen Nervensystems und einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin und des Stresshormons Kortisol. Hier sehen Forscher einen möglichen Auslöser der Krankheit und gehen davon aus, dass starker Stress bei der Entstehung von RCS eine entscheidende Rolle spielt.

Klassische Symptome dieser Sehstörung sind das Auftreten grauer Flecken im Gesichtsfeld, verändertes Farb-Sehen sowie unscharfes und verzerrtes Sehen. Typisch sind kleine Flüssigkeitsansammlungen unter der Retina (Netzhaut), die dadurch leicht angehoben wird. Die Folge kann eine Netzhautablösung sein. Nimmt die Sehstörung einen schweren Verlauf, kann es zu mikroskopisch kleinen Rissen kommen, durch die Flüssigkeit in den Augapfel gelangt. Eine weitere Folge ist Weitsichtigkeit. Im schlimmsten Fall kann RCS zu einem dauerhaften Sehkraftverlust führen. Meist entstehen jedoch keine bleibenden Schäden. Eine frühe und genaue Diagnose ist allerdings entscheidend für den Heilungsprozess.

 

Stress kann den Augeninnendruck verändern und Grünen Star begünstigen

Auch bei der Entstehung eines Glaukoms (grüner Star) spekuliert die Fachwelt über psychische Ursachen. Fakt ist, dass Stress und psychische Belastungen den Augeninnendruck beeinflussen können und dieser gilt als Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms, in dessen Krankheitsverlauf der Sehnerv abstirbt.

 

Selbstverständlich entwickelt nicht jeder eine Sehstörung bei Stress. Auch die genetische Disposition, die Anfälligkeit für Durchblutungsstörungen und andere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Viele stressbedingte Sehstörungen werden durch Überlastung der Nerven und Muskeln hervorgerufen. Insbesondere andauernde und intensive Bildschirmarbeit kann Symptome wie Augenlidzucken, Augenschmerzen sowie müde und tränende Augen auslösen. Mehr dazu auch in unseren Beiträge: «Fitness für die Augen» und «Warum eine Bildschirmarbeitsplatzbrille sinnvoll ist».

 

Fazit für stressfreies Sehen und mehr Augengesundheit:

  • Stress weitgehend vermeiden und mit viel Bewegung sowie Entspannung für entsprechenden Ausgleich sorgen.
  • Wer eine Sehstörung und Stress hat, sollte unbedingt einen Augenarzt konsultieren.
  • Regelmässig Augeninnendruck messen lassen. Ihr Gesundheitsoptiker berät sie gern. 

 

(Quellen: Südkurier.de; Augenaerzte-bern.ch; Aerzteblatt.de)

(Foto: Martin Redlin auf Pixabay)

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