Sonnenbrand auf der Hornhaut
Bei einer Photokeratitis schädigt UV Strahlung die oberste Zellschicht der Hornhaut. Häufig ist auch die Bindehaut betroffen. Die Hornhaut ist der klare, stark lichtbrechende Teil vor Iris und Pupille. Da sie sehr viele Nervenenden besitzt, können bereits oberflächliche Verletzungen starke Schmerzen verursachen.
Der Begriff Sonnenbrand beschreibt den Vorgang anschaulich, medizinisch handelt es sich jedoch um eine akute Entzündung der Augenoberfläche. Meist sind beide Augen betroffen, da sie der Strahlung gleichzeitig ausgesetzt waren.
Wasser und Sand verstärken die Belastung
Ein Augenbrand entsteht nicht nur beim direkten Blick in Richtung Sonne. Wasser, heller Sand und Schnee reflektieren UV Strahlen und erhöhen dadurch die Belastung. Das Risiko ist deshalb am See, in der Badi, am Meer und in den Bergen besonders hoch. Auch bei bewölktem Himmel oder unter einem Sonnenschirm erreicht ein Teil der Strahlung die Augen.
Künstliche UV Quellen können ebenfalls eine Photokeratitis verursachen. Dazu gehören Solarien, bestimmte UV Lampen und Schweissarbeiten ohne geeignete Schutzbrille. Eine gewöhnliche Sonnenbrille bietet bei solchen Arbeiten keinen ausreichenden Schutz.
Die Beschwerden kommen oft verzögert
Direkt nach dem Aufenthalt an der Sonne fühlen sich die Augen möglicherweise noch normal an. Erst einige Stunden später beginnen sie zu brennen oder zu schmerzen. Dieses verzögerte Auftreten ist typisch für eine Photokeratitis.
Mögliche Symptome sind:
- starke Lichtempfindlichkeit
- gerötete und tränende Augen
- ein ausgeprägtes Sandkorngefühl
- Schmerzen beim Öffnen der Augen
- verschwommenes Sehen
- geschwollene oder verkrampfte Augenlider
Die Beschwerden ähneln einer Hornhautverletzung oder einer Augenentzündung. Eine sichere Diagnose ist deshalb nur durch eine fachliche Untersuchung möglich. Dabei wird die Hornhaut unter Vergrösserung betrachtet. Mit einem speziellen Farbstoff lassen sich beschädigte Bereiche sichtbar machen.
Was hilft bei einem vermuteten Augenbrand?
Zuerst braucht das Auge Ruhe vor weiterer Strahlung. Ein abgedunkelter Raum und eine gut schützende Sonnenbrille können die Lichtempfindlichkeit reduzieren. Kühlende Kompressen auf den geschlossenen Augenlidern werden häufig als angenehm empfunden. Die Augen sollten nicht gerieben werden.
Kontaktlinsen müssen sofort entfernt werden. Sie dürfen erst wieder eingesetzt werden, wenn die Augen vollständig beschwerdefrei sind und keine Verletzung oder Infektion vorliegt.
Konservierungsmittelfreie Befeuchtungstropfen können die gereizte Augenoberfläche zusätzlich benetzen. Die Pure Care Eye Drops enthalten Hyaluronsäure und sind für trockene, müde und gestresste Augen vorgesehen. Bei einer Photokeratitis dienen solche Tropfen jedoch nur der unterstützenden Befeuchtung. Sie behandeln die UV Verletzung nicht und ersetzen keine fachliche Abklärung.
Antibiotische, kortisonhaltige oder betäubende Augentropfen sollten nicht ohne ärztliche Anweisung verwendet werden.
Wann ist eine Untersuchung notwendig?
Starke Augenschmerzen nach intensiver Sonnenbestrahlung sollten zeitnah beurteilt werden. Das gilt besonders, wenn die Sicht eingeschränkt ist, sich die Augen kaum öffnen lassen oder die Beschwerden zunehmen.
Auch bei einseitigen Symptomen, eitrigem Sekret, einer Verletzung, einem möglichen Fremdkörper oder anhaltenden Beschwerden ist eine Untersuchung wichtig. Hinter einem roten und schmerzenden Auge können neben einer Photokeratitis auch andere Erkrankungen stecken.
Die oberste Hornhautschicht regeneriert sich meist innerhalb von ein bis drei Tagen. Bei korrekter Behandlung heilt eine unkomplizierte Photokeratitis in der Regel ohne bleibende Schäden ab.
Auch das Augenlid kann einen Sonnenbrand bekommen
Die Haut der Augenlider ist besonders dünn und empfindlich. Sie kann sich nach starker Sonneneinstrahlung röten, spannen, brennen oder anschwellen. Bei einem ausgeprägten Sonnenbrand sind auch Blasen möglich.
Kühlende Kompressen können die gereizte Haut beruhigen. Pflegeprodukte dürfen nicht in das Auge oder direkt an den Lidrand gelangen. Bei starker Schwellung, Blasenbildung oder anhaltenden Schmerzen ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Regelmässiger UV Schutz ist auch für die Augenlider wichtig, da sonnenbedingte Hautschäden häufig im Bereich des Augenrandes auftreten.
Der richtige Schutz beginnt bei der Sonnenbrille
Eine gute Sonnenbrille schützt nicht nur vor Blendung. Entscheidend ist ein geprüfter UV Filter. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Sonnenbrillen mit CE Kennzeichnung sowie der Angabe «100 Prozent UV» oder «UV 400». Die Gläser sollten bis zu den Augenbrauen reichen und das Gesicht möglichst auch seitlich abdecken.
Die Dunkelheit der Gläser sagt nichts über den UV Schutz aus. Sehr dunkle Gläser ohne ausreichenden Filter können sogar problematisch sein, weil sich die Pupillen stärker öffnen. Eine Gesundheitsoptikerin oder ein Gesundheitsoptiker kann die Schutzwirkung, Passform und passende Filterkategorie beurteilen.
Besonderen Schutz benötigen Kinderaugen. Ihre Augenlinsen sind klarer und lassen mehr Strahlung in das Augeninnere gelangen. Eine gut sitzende Kindersonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe gehören deshalb gemeinsam zum Sonnenschutz.
Fragen und Antworten
Wenden Sie sich bei Unsicherheiten und Fragen zum Thema gerne auch an uns Gesundheitsoptiker.




