Haltbarkeitsdatum der Augen

Sehen ist für Menschen unter 45 Jahren in den meisten Fällen eine Selbstverständlichkeit. Wer aber Augenschmerzen erlebt hat oder akut darunter leidet, weiss, dass unsere Augen ein sorgsam zu hütendes Juwel sind. Für solche Leidgeplagten beginnt meistens eine Odyssee an Abklärungen und allenfalls sogar Operationen, um wieder beschwerdefrei sehen zu können, die Sehkraft wieder zurückzuerhalten oder den stetigen Sehverlust einzudämmen.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Zahl der Betroffenen, die an einem Grünen oder Grauen Star oder an einer Makuladegeneration leiden. Ein Anzeichen daran, dass auch unsere Augen ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben.

Damit wir dennoch gut und gesund weiterleben können, verdanken gewisse Menschen ihren hervorragenden genetischen Veranlagungen, andere dem medizinisch-chirurgischem Fortschritt.

So sind z.B. Transplantationen der Augenhornhaut keine selten durchgeführte Operation in der Augenchirurgie mehr. Eine Transplantation wird beispielsweise nötig, wenn die Hornhaut eingetrübt ist und somit nicht mehr genug gut von den Zellen ernährt wird oder durch einen schweren Unfall verätzt ist.Heute lassen sich auch mit den eigenen Zellen der Patienten neue Hornhaut züchten. Die Ersthilfe hat sich nach Verätzungen auch verbessert. Anstelle der üblichen Spülung mit Wasser wird mit einer Speziallösung gespült und dies hat schon vielen Patienten das Augenlicht gerettet. Noch wird aber nicht an allen Augenkliniken mit dieser Lösung gearbeitet. Es ist wie vieles andere auch, eine Innovation in der Augenmedizin.

Klassisch ist im Alter auch, dass sich die Gefässe in den Augen zunehmend verengen. So dass die Netzhaut nicht mehr zu genügend Nährstoffen gelangt. Altersbedingte Medikamente, wie Antidepressiva oder Antirheumatika beschleunigen unter Umständen die Erkrankung der Netzhaut.

Der Graue Star äussert sich in einer Trübung, dass heisst, der Blick ist wie durch eine milchige Glasscheibe hindurch. Operationen stellen die gute Sicht wieder her, indem die Linse durch eine Kunststofflinse ersetzt wird. Für Menschen mit  Hornhautverkrümmung werden dies Linsen individuell angefertigt. Auch werden therapeutische Massnahmen ergriffen, wie z.B. regelmässig Tropfen verabreicht, die verhindern, dass der Sehnerv weiter zerstört wird. Weiter werden Mini-Röhrchen eingesetzt, sogenannte Glaukom-Implantate, die dafür sorgen, dass das Kammerwasser abfliessen kann. Der gefährliche Augendruck kann so dauerhaft reduziert werden.

Weitere Fortschritte und Innovationen werden in der Medizin laufend erprobt. Z.B. wird es in ein paar Jahren möglich sein, die trockene Makuladegeneration zu behandeln und aus embryonalen und adulten Stammzellenkulturen Augenhornhaut und Netzhaut zu züchten.

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