Farbkonstanz - eine Genialität der Zusammenarbeit von Auge und Hirn

Dass Auge und Hirn in der Regel genial zusammenarbeiten, beweist zum Beispiel das Phänomen der Farbkonstanz. Sie bezeichnet die Fähigkeit, bekannte Gegenstände unabhängig von den Lichtverhältnissen immer in der selben Farbe wahrzunehmen. So erscheint ein Baum bei Sonnenlicht oder in der Dämmerung, durch das Anstrahlen mit einem gelben Scheinwerfer immer im selben Grün.

Nun aber der Reihe nach. Wenden wir uns erst der Frage zu: Wie nehmen wir Farben wahr? Der Mensch ist fähig, Millionen von Farben bezüglich Farbton, Sättigung (z.B. starke Farbe oder Pastellfarbe) und Helligkeit zu unterschieden. Zapfen in der Netzhaut sind dafür verantwortlich. In diesen befinden sich Fotopigmente. Von diesen Fotopigmenten gibt es drei verschiedene Typen. Blauempfindliche, grünempfindliche und rotempfindliche Zapfen. Beziehungsweise jede der drei Zapfenarten sprechen auf unterschiedliche Wellenlängenzusammensetzung des reflektierten Lichtes eines Objektes an.

Vereinfacht ausgedrückt sind Farben also reflektiertes Licht. Weil Reflektion aber auch durch die Objektoberfläche bestimmt wird, ist die wahrgenommene Farbe eines Objektes nicht nur von der spektralen Zusammensetzung des Lichts, sondern auch von den Eigenschaften der Objektfläche, die das Licht reflektieren, bestimmt.

Trifft nun also theoretisch ein Licht, z.B. jenes von einer Fluoreszenzlampe auf einen Gegenstand, erscheint dieser bläulich. Hält man den Gegenstand aber ans Sonnenlicht wäre er weisslich, wohingegen er unter der Glühlampe rötlich wäre. Dies weil die Wellenlängenzusammensetzung dieser Lichtquellen unterschiedliche Farben annehmen.

Praktisch verhält sich dieser Versuch aber anders. Nehmen wir eine Banane als Beispiel. Sie erscheint in jedem dieser drei Lichter gelb. Dies aufgrund der sogenannten Farbkonstanz. Farbkonstanz bezeichnet die Fähigkeit, bekannte Gegenstände auch unter stark wechselnden Lichtverhältnissen der Umgebung (z.B. Sonnenlicht vs. Glühbirnenlicht), welche die Wellenlängen, die von diesen Gegenständen reflektiert werden, variieren, trotzdem unverändert in den selben Farben wahrzunehmen. Das Gehirn vergleicht das Licht, das von einer Banane oder einem anderen bekannten Objekt reflektiert wird mit dem Umgebungslicht (Sonne, Glühlampe, Fluoreszenzlampe etc.), indem durch das Wissen bei diesem Wahrnehmungsprozess die Banane seine gelbe Farbe beibehält.

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