Doppeltsehen - woher kommt das?

Wenn Gegenstände im Blickfeld, die faktisch nur einfach vorhanden sind, zweifach gesehen werden, sei es nur leicht oder auch stärker versetzt nebeneinander, dann spricht man von Doppelbildern oder dem Doppeltsehen. Der Fachbegriff dafür nennt sich Diplopie. Nicht vom Doppeltsehen spricht man, wenn man das Gefühl hat, es gäbe noch einen zweiten Gegenstand, weil der Rand nicht scharf ist, sondern stark verschwommen, so dass man das Gefühl hat, es sei ein zweiter Gegenstand etwas versetzt dahinter.

Doppeltsehen kommt davon, dass das rechte Auge ein Bild wahrnimmt und das linke Auge ein Bild wahrnimmt. Diese werden dann aber im Gehirn nicht zu einem Bild zusammengefügt. Deckt man ein Auge ab, dann verschwindet das Doppelbild meistens (Ausnahme siehe unten).

Doppeltsehen kann verschiedene Ursachen haben: Wir haben drei Hirnnerven und 12 Augenmuskeln, die für das störungsfreie, räumliche Sehen verantwortlich sind. Oftmals ist es ein typisches Symptom einer Augenmuskelschwäche oder -lähmung, aber auch Verletzungen wie eine Schädelbasisfraktur, Entzündungen der Sehnerven, Durchblutungsstörungen, Infektionen wie Meningitis, Diptherie oder Lues, Trombosen, Diabetes, Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall können die Ursache sein, weswegen eine andauernde Sehstörung abgeklärt werden sollte. Störungen in der Zusammenarbeit der Augen können auch durch Schäden unterschiedlicher Ursachen in den Steuerzentren im Gehirn entstehen z.B. bei einem Hirntumor. Eher harmlos ist vorübergehendes Schielen, z.B. bei der Migräne, bei Übermüdung insbesondere nach längerer Bildschirmarbeit und bei zu hohem Alkoholkonsum, bei welchen die Augenmuskeln vorübergehend nachlassen.

Wird ein Auge abgedeckt und man sieht immer noch ein Doppelbild, dann handelt es sich um ein optisches Problem der Augenlinse. Entweder liegt ein Grauer Star vor oder die Augenlinse ist verrutscht.

Der Gang zum Augenarzt ist immer dann angezeigt, wenn das Doppeltsehen nicht innert weniger Stunden von selbst verschwindet, bzw. wenn die äusserlichen Umstände, die dazu führen können, behoben wurden, wie z.B. der Übermüdung, Medikamente oder Alkohol, aber das Doppelbild bleibt. Kommen andere Beschwerden dazu, wie z.B. Lähmungen und Schmerzen, auch an anderen Stellen des Körpers sollte selbstverständlich ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

 

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