Da bleibt kein Auge trocken - alles über Tränen

Bei diesen kalten Temperaturen merken wir es oft, die Augen tränen. Doch was sind Tränen eigentlich und warum braucht es sie?

Gesunde Augen werden ständig mit Tränenflüssigkeit umspült. Aufgerechnet auf das Leben werden etwa 80 Liter der salzigen Flüssigkeit produziert und zwar zum grössten Teil innerhalb der Augenhöhle in den Tränendrüsen. Durch einen kleinen Kanal gelangt die Tränenflüssigkeit dann ins Auge. Dabei gibt es aber auch eine Art Überlaufkanal, der die Tränen wieder Richtung Nase abführt, wo sie dann langsam verdunsten. Davon merkt man aber nicht viel.

Ist die Produktion von Tränen aber zu stark, dann tropfen sie über den Lidrand herunter. Dies ist beim Weinen oder eben bei kalten Temperaturen der Fall. Eine einzelne Träne wiegt  dabei nicht mehr als eine Ameise.

Welche Funktion haben Tränen?

Der vordere, glasige Teil des Auges nennt sich Hornhaut. Sie ist sehr empfindlich und reagiert z.B. auf Staubkörner, Wimpern oder sogar auf Dämpfe einer frisch geschnittenen Zwiebel. Meistens merken wir es, indem es anfängt zu brennen. Die Hornhaut ist übrigens nicht durchblutet, weil sonst würden wir unsere Umwelt ständig mit einem Rotstich wahrnehmen.

Wenn aber keine Durchblutung vorhanden ist, wie wird die Hornhaut trotzdem mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt? 

Das ist die Funktion der Tränenflüssigkeit, in welcher Sauerstoff, Salze und Nährstoffe enthalten sind. Mit jedem Lidschlag werden diese Nährstoffe, Sauerstoff und Salze über der Hornhaut verteilt. Gleichzeitig werden Staubkörnchen und andere Fremdkörper weggespült. Etwa 0,9 Gramm Salz sind in einem Liter Tränenflüssigkeit gelöst. Tönt nach wenig, ist aber klar zu schmecken. Eine weitere sehr wichtige Funktion der Tränenflüssigkeit ist, dass sie winzige Unebenheiten der Hornhaut ausgleicht und so für klare Sicht sorgt. Ohne Tränenflüssigkeit würden sich unsere Augen und der Lidschlag unangenehm anfüllen. Menschen, die unter trockenen Augen leiden, kennen dieses Gefühl, als ob ein Fremdkörper darin wäre.

Nochmals zurück zum Zusammenhang von Kälte und den tränenden Augen. Der Tränenfilm wiederum wird durch eine Fettschicht geschützt, denn sonst würden die Augen ständig austrocknen, weil der Tränenfilm verdunstet. In der Kälte verändert sich diese Fettschicht, sie wird zäh und sie kann ihre Funktion schlechter aufrecht erhalten. Das Auge versucht, diesen Zustand durch eine überschiessenden Tränenproduktion auszugleichen und weil die Tränenmenge nicht an der Augenoberfläche gehalten werden kann, laufen einem die Tränen herunter.

 

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