Autofahren bei Nacht ist Stress für die Augen. Die Unfallgefahr steigt.

Verantwortlich für schlechteres Sehen bei Dunkelheit ist vor allem die Beschaffenheit des menschlichen Auges. Um das wenig vorhandene Licht zu erfassen, weiten sich die Pupillen. Trifft dann unvermittelt ein heller Lichtschein, wie der eines Autoscheinwerfers oder einer Strassenlaterne auf das Auge, dauert es einige Sekunden, bis sich nach einer solchen Blendung wieder richtig sehen lässt. Zudem sieht man in der Nacht grundsätzlich weniger scharf, weil im Dunkeln nicht alle Sinneszellen (Stäbchen-Rezeptoren) im Auge aktiv sind. Dann arbeiten hauptsächlich jene, die für den Kontrast von Schwarz und Weiss verantwortlich sind. Die Farbrezeptoren sind in der Dunkelheit weitgehend inaktiv.

 

Sehfehler behindern stärker bei Nacht

Wer kurzsichtig ist, kann nachts die Entfernungen zu anderen Fahrzeugen noch schlechter abschätzen. Strassenschilder in der Ferne sind unscharf und schwer zu lesen. Wem das bekannt vorkommt, sollte beim nächtlichen Fahren zur Brille greifen selbst wenn sie am Tag überflüssig ist.

 

Nachtsehschwäche oder Nachtblindheit?

Nachtsehschwäche setzt oft ab dem 40. Lebensjahr ein und ist sehr weit verbreitet. Der Berufsverband der Augenärzte in Deutschland schätzt, dass diese Sehschwäche jährlich rund 300.000 Verkehrsunfälle verursacht. Nachtblindheit hingegen ist eine angeborene Netzhauterkrankung. Sie ist erblich und nicht heilbar. Dabei sterben sukzessive die Sinneszellen (Stäbchen-Rezeptoren) im Auge ab, die das Sehen bei Dämmerlicht und in der Nacht ermöglichen.

 

Krankheiten und Medikamente können das nächtliche Sehen erschweren

Schlechtes Sehen, insbesondere bei Nacht, geht oft einher mit Krankheiten wie Diabetes oder Grauer Star. Vorsicht ist unbedingt auch bei der Einnahme von Medikamenten geboten. Manche Augentropfen sorgen für die Erweiterung der Pupille. In der Folge ist die Blendung der Augen dann vor allem bei Dämmerung und in der Nacht besonders stark. Deshalb gilt es vor Nachtfahrten unbedingt den Beipackzettel zu lesen, den Augenarzt oder Optiker zu fragen. Ab dem 40. Lebensjahr empfiehlt sich zudem ein regelmässiger Augencheck.

 

Spezialgläser helfen

Brillenträger leiden beim Autofahren in der Dunkelheit oft verstärkt an Sehproblemen. Denn die Sehhilfen brechen die Lichtstrahlen von Scheinwerfen, Ampeln und Strassenlaternen zusätzlich und vergrössern die Lichtstreuung. Eine gute Entspiegelung und Spezialbeschichtungen schaffen hier Abhilfe. Brillenglashersteller, wie Zeiss, Rodenstock oder Reize haben sich intensiv mit der Entwicklung speziell auf die Seh-Anforderungen von Autofahrern abgestimmten Gläsern beschäftigt. Diese reduzieren bis zu 90 Prozent aller Spiegelungen, optimieren Kontraste und stabilisieren den Sehbereich. Kombiniert mit einer passenden Fassung, die das Blickfeld nicht einschränkt, sorgen solche Autofahrer-Brillen für eine bessere, freie Sicht und damit für mehr Sicherheit hinterm Steuer. Gleichzeitig erfüllen sie alle Anforderungen einer vollwertigen Alltagsbrille.

(Photo by Barna Bartis on Unsplash)

Viele Autofahrer sehen nachts schlechter als bei Licht.

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