Augenzucken - woher kommt das? Was hilft dagegen?

Ein Augenzucken ist im häufigsten Fall harmlos. Es handelt sich um sogenannte faszikuläre Zuckungen, das sind unwillkürliche Bewegungen kleiner Muskelgruppen ähnlich Vibrationen, die zwar sichtbar sein können, aber nicht unbedingt eine Bewegung anschliessen.  Sie können aber bis zu motorisch wirksamen Muskelzuckungen und dabei starken Bewegungen reichen, z.B. dem Beinzucken vor dem Einschlafen. Diese leichten Zuckungen können über eine gewisse Zeit z.B. am Unter- oder Oberlid des Auges erfolgen oder über Tage immer wieder auftreten. Das Augenlid zieht sich dabei seitlich zusammen, was für den Patienten sehr störend sein kann, aber vom Gegenüber kaum wahrgenommen werden kann, da die Zuckungen sehr fein sind. Ursache für dieses Phänomen können vielfältig sein und reichen von mechanischen Reizungen, Ermüdungserscheinungen, Stress, Nervosität  und seelisches Ungleichgewicht bis hin zu Magnesiummangel, Alkoholkonsum oder visueller Belastung. Sehr selten sind neurologische Ursachen. Die Einnahme von Stimulantien wie z.B. Ritalin können Faszikulationen ebenfalls auslösen oder verstärken. Am Auge wird es durch trockene Augen und andere Reizerscheinungen an der Oberfläche des Auges oder der Lider gefördert. Für das Auge ist es völlig harmlos und verschwindet von selbst wieder. Linderung lässt sich durch künstlichen Tränen, ein bisschen zur Ruhe und ggf. durch einen heißen Waschlappen auf dem geschlossenen Lid, erwirken, um den nervösen Lidschließmuskel zu entspannen. 

Kommen aber andere Symptome dazu, sollte dies abgeklärt werden, weil es im Gegensatz zur obigen leichten Befindlichkeitsstörung sich um eine Krankheit handelt. Zum Beispiel ausgesprochen auffällig auch von aussen, ist das rhythmische krampfhafte Schließen des ganzen Auges. Der Augenschließmuskel wird ohne die Möglichkeit einer willentlichen Beeinflussung aktiviert. Man spricht von einem Augenlidkrampf. Dies ist eine Bewegungsstörung, die durch eine Fehlsteuerung im Gehirn verursacht werden. Die Folge ist ein nervöses Ungleichgewicht. Abhilfe schafft nur eine vorübergehende Lähmung des Schließmuskels, mittels einer Spritze, die ein leichtes Muskellähmungsmittel enthält, auch bekannt als Botox. Betrifft dies beide Augen ist der Patient phasenweise praktisch blind. Man unterscheidet eine idiopathische (primäre, d.h. mit unbekannter Ursache) und eine symptomatische (sekundäre) Form des Lidkrampfes. Man geht davon aus, dass sowohl bei der idiopathischen als auch bei der symptomatischen Form eine Erkrankung der sogenannten Stammganglien im Gehirn mit einer Störung des Dopamin-Stoffwechsels vorliegt. Bei Dopamin handelt es sich um einen Botenstoff (Transmitter) im Gehirn. Außerdem vermutet man bei der idiopathischen Form, dass Erbfaktoren bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Zwar werden die Symptome durch Stress und psychische Belastungen verschlimmert, jedoch handelt es sich nicht um eine psychische Erkrankung. In schweren Fällen kann sich der Lidkrampf auf das ganze Gesicht ausdehnen.

 

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