Die beruhigende Nachricht: Augenbeschwerden müssen auch in der Schwangerschaft nicht einfach ausgehalten werden. Allerdings ist Augentropfen nicht gleich Augentropfen. Während reine Befeuchtungsprodukte den natürlichen Tränenfilm unterstützen, enthalten andere Präparate medizinische Wirkstoffe. Ein genauer Blick auf den Inhalt lohnt sich deshalb.

Warum die Augen plötzlich mehr Pflege brauchen

Hormone beeinflussen während der Schwangerschaft auch die Augenoberfläche. Der Tränenfilm kann instabiler werden und schneller aufreissen. Typische Folgen sind Brennen, Jucken, ein Fremdkörpergefühl oder zeitweise verschwommenes Sehen. Manchmal tränen die Augen sogar verstärkt, obwohl sie eigentlich zu trocken sind.

Der Tränenfilm ist nämlich weit mehr als etwas Wasser auf dem Auge. Er schützt Horn- und Bindehaut, glättet die Augenoberfläche und ermöglicht dadurch klares Sehen. Gerät seine Zusammensetzung aus dem Gleichgewicht, kann sich jeder Lidschlag unangenehm anfühlen. Auch Kontaktlinsen werden dann häufig schlechter vertragen.

Benetzende Augentropfen, oft auch künstliche Tränen genannt, können einen gestörten Tränenfilm ergänzen und die Beschwerden lindern.

Nicht jedes Fläschchen enthält dasselbe

Die Bezeichnung «Augentropfen» sagt zunächst wenig über den Inhalt aus. Es gibt unter anderem:

  • Befeuchtungstropfen für trockene Augen
  • antiallergische Augentropfen
  • antibiotische Präparate gegen bakterielle Infektionen
  • entzündungshemmende Tropfen
  • Medikamente zur Senkung des Augeninnendrucks
  • gefässverengende Produkte gegen gerötete Augen

Ein Teil dieser Präparate enthält pharmakologisch wirksame Stoffe. Obwohl die Tropfen direkt am Auge angewendet werden, kann eine kleine Menge über den Tränenkanal und die Nasenschleimhaut in den Körper gelangen. Wie ein Präparat während der Schwangerschaft zu beurteilen ist, hängt deshalb immer vom konkreten Wirkstoff, der Dosierung und der medizinischen Notwendigkeit ab.

Die wichtigste Regel lautet daher: Verordnete medizinische Augentropfen weder selbstständig absetzen noch durch ein anderes Produkt ersetzen. Eine unbehandelte Augenerkrankung kann ebenfalls Risiken mit sich bringen.

Warum «ohne Konservierungsmittel» sinnvoll sein kann

Konservierungsmittel verhindern, dass sich Keime in einer geöffneten Tropfenflasche vermehren. Gleichzeitig können bestimmte Konservierungsstoffe eine empfindliche Augenoberfläche zusätzlich reizen. Besonders, wenn häufig getropft wird oder bereits eine ausgeprägte Augentrockenheit besteht.

Bei wiederkehrenden Beschwerden kommen deshalb häufig konservierungsmittelfreie Befeuchtungstropfen infrage. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Hinweis auf der Verpackung. Auch die Ursache der Beschwerden, die Häufigkeit der Anwendung und das Tragen von Kontaktlinsen spielen bei der Auswahl eine Rolle.

Die Pure Care Befeuchtungstropfen ohne Konservierungsstoffe enthalten ein Hyaluronsäure-Biomolekül und wurden zur länger anhaltenden Befeuchtung trockener, müder und gestresster Augen entwickelt.

Augentropfen richtig anwenden

Mehr Tropfen wirken nicht automatisch besser. Das Auge kann nur eine begrenzte Flüssigkeitsmenge aufnehmen. Meist genügt deshalb ein einzelner Tropfen.

So gelingt die Anwendung:

  1. Hände gründlich waschen.
  2. Den Kopf leicht zurücklegen und das Unterlid vorsichtig nach unten ziehen.
  3. Einen Tropfen in den entstandenen Bindehautsack geben.
  4. Die Flaschenspitze nicht mit Auge, Wimpern oder Fingern berühren.
  5. Das Auge schliessen und den inneren Augenwinkel neben der Nase für etwa 30 bis 60 Sekunden sanft drücken.

Durch den leichten Druck auf den Tränenkanal fliesst weniger Flüssigkeit in die Nase ab. Dadurch bleibt der Tropfen besser am Auge und die Aufnahme in den übrigen Körper kann reduziert werden.

Wann Augentropfen nicht ausreichen

Ein trockenes oder leicht gereiztes Auge lässt sich häufig gut behandeln. Folgende Beschwerden gehören jedoch zeitnah fachlich abgeklärt:

  • deutliche Schmerzen
  • starke Lichtempfindlichkeit
  • eitriges oder klebriges Sekret
  • eine ausgeprägte Rötung, besonders nur an einem Auge
  • eine Verletzung oder ein Fremdkörper
  • Beschwerden, die trotz Befeuchtung zunehmen
  • plötzlich auftretende Sehverschlechterungen

Besondere Aufmerksamkeit gilt in der Schwangerschaft plötzlichem Augenflimmern, Lichtblitzen, Schatten im Gesichtsfeld oder stark verschwommenem Sehen. Treten gleichzeitig starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder ungewöhnlich rasche Wassereinlagerungen auf, sollte unverzüglich die Frauenärztin, der Frauenarzt, die Hebamme oder eine Notfallstation kontaktiert werden.

Solche Symptome können auf eine Präeklampsie hinweisen. Diese Schwangerschaftskomplikation tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und kann mit erhöhtem Blutdruck sowie Veränderungen verschiedener Organe verbunden sein.

Erst klären, dann tropfen

Die Frage «Darf ich diese Augentropfen verwenden?» lässt sich nicht allein mit einem Blick auf die Vorderseite der Verpackung beantworten. Entscheidend ist, ob es sich um ein reines Befeuchtungsprodukt oder um ein Arzneimittel handelt und wodurch die Beschwerden ausgelöst werden.

Gesundheitsoptikerinnen und Gesundheitsoptiker können den Tränenfilm beurteilen und geeignete Pflegemöglichkeiten empfehlen. Bei Verdacht auf eine Entzündung, eine Augenerkrankung oder schwangerschaftsbedingte Warnzeichen erfolgt die medizinische Abklärung.

So wird aus einem unsicheren Griff zur Tropfenflasche eine Lösung, die zu den Augen und zur Schwangerschaft passt.