Augentätowierungen

Keratographie wird oftmals auch als Bezeichnung des Messverfahrens der Hornhauttopographie (Keratometrie) verwendet. Der Begriff Keratographie bedeutet aber Hornhauttätowierung. Ein Trend der in den letzten zwei Jahren in der Tätowierszene auf sich aufmerksam machte und viele Menschen schockierte. Aber die Keratographie ist eine in der Augenheilkunde angewandte, verfeinerte Form der Tätowierung.

Die Keratographie ist ein Verfahren, das erstmals 180 n. Chr. nachgewiesen wurde. Der Arzt Galenus beschrieb eine Methode, womit weisse Flecken auf der Hornhaut schwarz eingefärbt wurden. Heute gehört diese Methode zu den Massnahmen rekonstruktiver Chirurgie und dient der Verbesserung des Erscheinungsbildes der Iris und der Pupille, ist also eine kosmetische Rekonstruktion des Auges. Eines Auges, das zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Krankheit irreparabel geschädigt wurde und seine Sehkraft verloren hat. Diese eher seltene Operation bringt farbechte Pigmente, sogenanntes Platinchlorid, in die mittlere Schicht der Hornhaut. Sie ist eine Alternative für Schalenprothesen, einer Art Kontaktlinse, die nicht durchsichtig, sondern auf der die Iris und die Pupille «gemalt» ist.

Wieso wird dieser Eingriff gemacht? Schädigungen der Hornhaut sind von aussen sichtbar und können den Betrachter irritieren. Früher wurden solche Menschen ausgeschlossen, weil sie den «bösen» Blick haben. Hornhautschäden können aber jeden treffen, z.B. wenn beim Arbeiten Splitter aus Metall, Glas oder Holz oder Kindern beim Spielen scharfe Gegenstände ins Auge gelangen. Sie können aber auch durch Verätzungen, Infektionen, häufige Operationen an der Hornhaut oder Vitamin A-Mangel auftreten.

Diese chirurgische Massnahme ist natürlich weit weg von den Augentätowierungen an gesunden Augen, wo aus ästhetischen Gründen/Wünschen oftmals die ganze Lederhaut eingefärbt wird. Jedes Tattoo am Auge ist mit erheblichen Risiken verbunden. Es kann auch nicht garantiert werden, dass die Farbe an Ort und Stelle bleibt. Selbst die Ergebnisse einer medizinisch indizierten Keratographie sind nicht in jedem Fall zufriedenstellend.

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